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Ein einfacher klassischer Hefezopf mit einer Besonderheit: Einem Kochstück aus Vanillepudding!


Hefezöpfe sind mittlerweile fast ein Klassiker zu Ostern: Schon vor zwei Wochen habe ich damit angefangen, mögliche Kandidaten für den diesjährigen Brunch-Osterzopf zu recherchieren. Glücklicherweise, denn die jetzige Woche endete mit Geschmacksverlust und Doppelstrich ziemlich unglücklich (Wilkommen im Jahre 2022). Weil die Kinder jedenfalls lernen wollten, wie man selbst Pudding kocht, blieben einige mehr oder weniger puddingartige Reste zurück und so bin ich auf die grandiose Idee gekommen, mal eine ganz einfache Standardzutat neu zu denken.
(Ich versuche häufig, Reste sinnvoll zu verwerten, z.B. hier: Röstrestbrot)


Der klassischer Osterzopf aus Hefeteig mal anders gedacht!

Deshalb gibt es heute das Rezept für einen saftig-gelben Hefezopf mit einem fast schon ungewöhnlichen Kochstück: Pudding! Eigentlich logisch, denn statt schnöder Mehl-Milchmasse kann man so zusätzlichen Geschmack und eine wunderbar goldgelbe Farbe ins Gebäck bringen. Zusammen mit einem Weizensauerteig sorgt das Kochstück im Teig für eine gute Frischhaltung und lässt sich geschmacklich auch abwandeln: wie wäre es statt Vanille mit einem exotischen Kokospudding-Zopf, bestreut mit Kokosflocken?

Was ist eigentlich das Geheimnis eines lange saftigen und frischen Hefezopfs?

Viele von euch wissen aus Erfahrung bestimmt, wie schwierig es sein kann, einen lange weichen und saftigen Hefezopf herzustellen. Das liegt zum Einen am Rezept bzw. der Flüssigkeitsmenge, zum Anderen aber auch an einigen handwerklichen Kniffen, mit denen ihr einen wirklich wattig-weichen Zopf hinbekommt! Deshalb hier die …

TOP 5 Tipps für den perfekten Hefezopf:

  • Tipp 1: Die richtige Flüssigkeits- und Buttermenge. Mit einem guten Weizenmehl 550 könnt ihr etwas mehr Flüssigkeit im Teig unterbringen als mit dem klassischen 405er. Das macht den Teig saftiger und gleichzeitig nicht zu weich zum Bearbeiten.

  • Tipp 2: Baut ein Kochstück ein! Gebundene Flüssigkeit, d.h. puddingartige Massen, Kartoffelbrei etc. geben eurem Teig Feuchtigkeit und Frische, ohne ihn zu weich werden zu lassen. Das ist gar nicht aufwändig und kann bereits am Vortag erledigt werden.

  • Tipp 3: Knetet euren Hefezopfteig wirklich lange! Ob mit der Hand, der Knetmaschine oder einem Handmixer ist egal (wenn auch schwieriger). Entscheidend ist, dass der Teig VOR der Butterzugabe relativ fest ist und gut ausgeknetet werden muss. Wenn Bestandteile des Teiges noch an der Seite der Knetschüssel haften, müsst ihr weiter Geduld haben. Es ist erstaunlich, wie sich ein klebriger Teig entwickeln kann, wenn man am Ball bleibt. Macht den “Fenstertest” und erst danach wird die Butter wieder gründlich eingeknetet.

  • Tipp 4: Bei einem weichen Teig, wie dem Osterzopf, sollte die STOCKGARE, also die erste Gare nach dem Kneten, nicht zu lange sein. Denn sonst ist das Formen der Stränge für den Zopf relativ schwierig weil der Teig bereits zu luftig und weich geworden ist. Lieber die STÜCKGARE verlängern, wenn alles fertig geformt ist

  • Tipp 5: Backt euren Osterzopf nicht zu lange! Schließlich handelt es sich hier immernoch um ein Weizengebäck, das beim Backen mehr Feuchtigkeit verliert als ein schweres Roggenbrot. Man lässt sich häufig von der Farbe oder dem Rezept verleiten. Die Wahrheit liegt an der Unterseite, auch hier könnt ihr mit vorsichtigem Anheben und Klopfen einigemaßen sicher sagen, ob der Teig genug gebacken wurde. Ein Ofenthermometer zum Pieksen ist natürlich noch sicherer.

Vanille-Osterzopf

Prep time

30

Minuten
Total time

3

Stunden 

30

Minuten

Hefezopf mit Weizensauerteig und Vanillepudding-Kochstück

  • Sauerteig
  • 100 g Weizenmehl 550

  • 100 g Wasser (50 Grad)

  • 20 g Weizenanstellgut Fest (TA 150, aufgefrischt, 5 Grad)

  • Kochstück
  • 100 g Milch (3,5%)

  • 9 g Puddingpulver Bourbon-Vanillegeschmack

  • 60 g Zucker

  • 7 g Salz

  • Hauptteig
  • 350 g Weizenmehl 550

  • 80 g Milch (5 Grad)

  • 2 Eigelb

  • 13 g Frischhefe

  • 90 g Butter, kalt aber formbar

  • Sauerteig
  • Für den Sauerteig erst Mehl und Wasser, dann das Anstellgut mischen und abgedeckt bei
    Raumtemperatur, gerne etwas wärmer, für 12 Stunden reifen lassen.
  • Kochstück
  • Für das Kochstück die Milch erhitzen, Puddingpulver, Zucker und Salz mit einem Schuss Milch verrühren und einen klassischen, festen, Vanillepudding kochen. Direkt auf der Oberfläche abgedeckt (keine Hautbildung) auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
  • Hauptteig
  • Alle Hauptteigzutaten, bis auf die Butter, mit Kochstück und Sauerteig für 5 Minuten auf
    kleiner Stufe vermischen und für ca. 7-8 Minuten auf höherer Stufe auskneten, bis der Teig
    sich etwas vom Schüsselrand löst und einen Fenstertest besteht. Die Butter nach und nach in möglichst kleinen Flocken dazugeben bis sie sich mit dem Teig verbunden hat. Nochmals 3-4 Minuten auskneten.
  • Stockgare
  • Den Teig einmal gut dehnen und Falten und abgedeckt für 30 Minuten bei Raumtemperatur reifen lassen.
  • Stückgare
  • Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in 4 gleichschwere Teile portionieren und diese rundschleifen. Kurz entspannen lassen und daraus anschließend 4 Stränge von ca. 2cm Durchmesser mit spitz zulaufenden Enden rollen. Aus jeweils 2 Strängen einen Zopf flechten und auf Backpapier setzen. Abgedeckt bei Raumtemperatur für 1,5h – 2h gut aufgehen lassen.
  • Backen
  • Den Backofen inkl. Blech auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

    Die Zöpfe mit Milch abstreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Für 25 Minuten ohne Dampf backen. Nach 15 Minuten ggf. mit einem Blech abdecken, wenn sie zu schnell Farbe bekommen.

    Tipp: Aus dem Teig kann man auch süße Brötchen backen. Dazu statt 4 Strängen einfach 8 Teigstücke abteilen und rundschleifen, die Stückgare ggf. etwas verkürzen und wie angegeben backen.